Restaurierung 2017-09-12T15:42:01+00:00

Restaurierung

Volante bietet ein breites Spektrum von Restaurierungen für klassische Fahrzeuge an einschliesslich Karosseriearbeiten, Motorüberholungen, Fahrwerk, Elektrik und Innenausstattungen in Holz und Leder.

Tradition und Leidenschaft

Restaurierungen sind anspruchsvoll. Jeder Fall ist anders, wie die Geschichte eines Fahrzeuges und seiner Besitzer. Wir beraten Sie individuell nach Ihren Wünschen.

Ob Teil- oder Vollrestaurierung: Die Arbeit beginnt mit einer sorgfältigen Analyse des heutigen Fahrzeugzustands und schliesst die Recherche in Archiven und der historischen Literatur ein. Wie wurde das Fahrzeug original gebaut und ausgeliefert? Stimmen Fahrzeug- und Motornummern und die angegebenen Jahrgänge überein? Wie wurde das Fahrzeug über die Jahre verändert? Ob «Fahrerauto» oder historische Perfektion, wir werden immer eine gemeinsame Basis finden.

Restaurierung Volante Classic Car

Restaurierung Lancia Aurelia B 20 GT Serie IV von 1954

Restaurierung Lancia Aurelia B 20 GT Serie IV von 1954
Das beschriebene Exemplar der Aurelia B 20 GT wurde im Engadin seit Jahren eingesetzt für Rallyes im Sommer und im Winter. Dabei wurde das Fahrzeug immer entsprechend den Anforderungen repariert. Der neue Eigentümer wünschte sich 2011, mit dem Fahrzeug an der Mille Miglia in Italien teilnehmen zu können. Um den Anforderungen der automobilen Verbände FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) und FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) zu entsprechen, mussten Umbauten der letzten 30 Jahre rückgängig gemacht werden und die Aurelia in den Originalzustand zurückversetzt werden.

Die Anmeldung an die Mille Miglia Veranstalter musste im November 2011 platziert werden. Die nötigen Dokumente vom unfertigen Fahrzeug wurden unter Mithilfe der schweizerischen FIVA-Kommissare eingereicht. Die Fotos wurden hinterlegt mit der Bitte, diese dann gegen die Fotos nach der Restauration austauschen zu können. Der Goodwill der Organisation Mille Miglia liess darauf schliessen, dass doch Hoffnung besteht auf eine Zulassung im Feld der 375 Teilnehmer. Und siehe da, im Februar 2012 stand fest, die „Engadiner Aurelia B 20 GT“ ist bei der Mille Miglia dabei mit der Startnummer 245. Die Freude war gross und zwangsläufig mit der Frage verbunden, ob sich auch alles in der Zeit bis zum Tag der Wagenabnahme in Brescia bewerkstelligen lässt. Nun denn, der Autor fuhr die B 20 GT am frühen 16. Mai 2012 nach Brescia. Problemlos. Die technischen Kommissare fanden nichts Gravierendes am Fahrzeug, so dass das „OK“ und damit die definitive Zulassung zur „Mille 2012“ garantiert war. Damit lag nun die weitere Erfolgsgeschichte in den Händen des Team 245. Es war ausgemacht, die tausend Meilen ohne Begleitfahrzeug zu absolvieren und anschliessend auch wieder auf Achse ins Engadin zurück zu kehren.

Doch bis es soweit war

Die Anforderungen waren klar abgesteckt: Es sollte ein zuverlässiges Rallyefahrzeug aufgebaut werden nach den Vorschriften der FIVA. Das optische Erscheinungsbild sollte in einem zweiten Schritt angepasst werden. Nur lässt sich das Eine vom Andern nicht immer trennen. Also wurden die mechanischen Komponenten wie Motor, hintenliegendes Getriebe mit Bremsen und Aufhängungen, Benzintank, Auspuffanlage und das ganze Interieur ausgebaut. So liess sich die Karosserie einer umfangreichen Kontrolle unterziehen und die Reparaturen am Unterboden aus früheren Eingriffen konnten kontrolliert werden.

Während die Blecharbeiten getätigt wurden, konnte unser Spezialist für aussichtslose Unterfangen seine Fühler ausstrecken und fehlende oder defekte Ersatzteile suchen. Es war von vornherein klar, dass Lanciateile nicht an jeder Ecke angeboten werden. Dass wir aber bei der Suche nach originalen B20 Ersatzteilen so viele flotte Leute kennenlernen würden, war nicht geplant. Unter Mithilfe von Lieferanten und Herstellern aus der Schweiz, Italien, Holland, Polen, Thailand, China und den USA konnten die Teile wie ein Puzzle zusammengetragen werden. Vor allem ein Lanciakenner aus Holland half uns mit seinen Kenntnissen und seiner Vernetzung zu weiteren Händlern in der grossen weiten Welt. So gelang es, die Arbeiten an der Aurelia mit passenden Teilen zu komplettieren, wovon nicht wenige nach Mustern hergestellt wurden.

Das originale V6-Triebwerk lief erstaunlich gut. Die Zylinderköpfe wurden vor etwa 3 Jahren ersetzt worden. Der Kompressionsdruck auf allen 6 Zylindern ist gut und gleichmässig. Die Zündanlage wurde überholt und verbessert. Das komplette Kühlsystem wurde überholt und mit absolut seltenen Neuteilen (Heizrohr !) versehen. Der originale Weber-Vergaser funktioniert nach einer sanften Revision einwandfrei.
Der gesamte Antriebsstrang, damals eine technische Meisterleistung, machte durch enorme Vibrationen auf sich aufmerksam. Ein Ersatz der Gummiflansche linderte die Geräusche nur in geringem Umfang. Doch Gottlob: Versteckt im Jura fanden wir eine Firma, die uns die Antriebswelle mit Flanschen und Kupplung revidierte. Dazu mussten einige Flansche und Scheiben neu hergestellt werden. Die Lenkradschaltung ist an sich schon gewöhnungsbedürftig, dazu noch bei einem rechtsgelenkten Fahrzeug. Die letzte Feineinstellung geschah noch in Brescia, somit konnte die Mille Miglia mit intaktem Getriebe bewältigt werden.
Die Revision der Bremsanlage mit dem kombinierten Druckverteiler, welcher auch das verstellbare Fahrwerk (Baujahr 1954!) beeinflusst, war relativ unspektakulär. An der Oldtimermesse in Padova fanden wir einen Reparaturleitfaden für exakt diese Anlage.  Somit war gewährleistet, dass die Funktion verstanden wurde und die Einstellarbeiten korrekt ausgeführt werden konnten.
Nachdem 2 Benzinfilter wegen Verstopfung ihren Dienst quittierten, waren wir gezwungen, den Benzintank überholen zu lassen. Im Laufe der vergangenen 50 Jahre hat sich darin allerhand angesammelt. Der „neue“ Tank ist verzinkt und dürfte für lange Zeit problemlos funktionieren.
Die Auspuffanlage wurde mehrfach repariert und ergänzt mit Universalteilen. Um die Originalität zu gewährleisten, musste eine komplette, doppelt geführte Anlage kopiert werden. Dies geschah in Edelstahl, um die lange Lebensdauer zu sichern. Zudem ist der Sound wieder so wie er sein muss!
Da das Fahrzeug verschiedentlich eingesetzt wurde, wurde auch die Elektrik verändert. Der Rückbau des Kabelstranges half die Zuverlässigkeit zu erhöhen und die Funktionalität zu erhalten. Einziger Kompromiss ist ein zusätzlicher Kühlventilator, um die Motortemperatur besser im Griff zu halten.
Im Interieur war so ziemlich alles einmal geändert worden. Sicher waren Sportsitze für die Einsätze mit den Renngurten angebracht. Aber durch die Vorgaben der FIVA war der Zeitpunkt richtig, bei dieser Gelegenheit gleich auch das Innere des wunderschönen Fahrzeuges in originaler Ausführung mit den richtigen Materialien wieder zu bestücken. Die einzigen Anhaltspunkte waren Fotos aus Lancia-Literatur. Dabei hatte jede der 6 Bauserien andere Ausführungen und Bezüge. So blieb nichts anderes übrig, als ein Modell der 4. Serie zu finden welches als korrekt eingestuft wurde. Unser „Holländer“ trieb es dabei auf die Spitze, indem er kurzerhand eine Sitzbank zerlegen liess, um das Sitzgestell optimal kopieren zu können. Die rohe Sitzbank mit Gestell und Lehnen wurde daraufhin ins Fahrzeug eingepasst und anschliessend dem Autosattler übergeben. Dieser wiederum nahm sich eine Aurelia eines Kunden in die Sattler-Werkstatt, wo die Masse und Höhen der Polsterung kopiert werden konnte. Letztendlich wurden fertige Sitze in Lancia-typischer Velours-Bespannung angeliefert. Erfreulicherweise ist die Anfertigung auf Mass perfekt gelungen. Auch hier ein Kompromiss, der der Sicherheit Rechnung trägt: Die Sicherheitsgurte sind nötig, aber so montiert, dass sie jederzeit ausgeklinkt werden können.
Der Anfang war harzig, die schlechte Ersatzteilsituation bekannt. Die Vernetzung mit unseren weltweiten Partnern half uns sehr, um für den Kunden ein optimales Resultat zu erzielen. Alle Beteiligten wollten beweisen, dass es in der Zeit möglich war, das Fahrzeug für die Mille Miglia auf die (perfekt passenden) Borrani Räder zu stellen. Oft wurden die Erwartungen des Kunden strapaziert. Was wiederum mit kleinen Erfolgsmeldungen bereinigt werden konnte. Die Volante-Logistik hat funktioniert, die Zulieferer aus aller Welt haben ihr Möglichstes dazu beigetragen.
Bereits ist die Aurelia bei zwei Anlässen präsentiert worden. Nächstens wird die Bergstrecke von  Langwies bis Arosa unter die Räder genommen. Dann schliesslich im Herbst die Targa Florio in Sizilien. Und einer weiteren Teilnahme bei der „Mille“ wäre man nicht abgeneigt.

Hans Füglistaler und Michael Kuen

Vollrestaurierung – Porsche Carrera RS 2.7

Restaurierungsbericht Volvo C 303 Lappländer

– 6 Zylinder Mittelmotor, 2.980 ccm, 125 PS, (B 30 Motor)
– Getriebe: 4 Gang Schaltgetriebe mit Geländeuntersetzung
– Fahrwerk: Differenzialsperre vorne und hinten
– Elektrik: 24 Volt
– Länge: 3.985 mm, Breite: 1.660 mm, Höhe: 2.255 mm
– Leergewicht: 2.250 kg, Zul. Gesamtgewicht: 3.600 kg
– Bodenfreiheit: 380 mm (!)
– Karosserie: Nicht rostender Stahl (Speziallegierung)
– Höchstgeschwindigkeit: 100 Km/h.

Der zwischen 1974 bis 1980 gebaute Geländewagen ist eigentlich als geländegängiger Militär – Mannschaftswagen für die schwedische Armee konzipiert worden.

Durch einen Freund des Hauses haben wir Zugriff zu einigen von der schwedischen Wehrmacht ausgemusterten Exemplaren. Dies klang schon viel versprechend für die Qualität, denn bei den meisten Militärfahrzeugen wird mehr instandgesetzt und gewartet als gefahren. Dann haben wir noch verbindlich erfahren, dass bei all diesen Fahrzeugen vor einigen Jahren der Aufbau mit einer speziellen nicht rostenden Legierung erneuert wurde: Aluminium / Edelstahl. Die Kosten erschienen inclusive Transport und Importkosten günstig.

Als der erste Lappländer via Schiff, LKW und zuletzt Bahnfracht aus Schweden ankam, hat sich schnell herausgestellt., dass unsere Hoffnungen in Bezug auf den Zustand nicht enttäuscht wurden. Der Wagen lief sofort problemlos und war auch sonst in gepflegtem Zustand. Dass die äussere und innere Optik, sprich Lackierung erneuert werden muss und einer Individualisierung in Ausstattung und Zubehör keine Grenzen gesetzt sind, war von Anfang an klar.

Unser Kunde, Hans-Jörg Zingg, Betreiber des El Paradiso Restaurants „Close to heaven“ (www.el-paradiso.ch) und immer für spektakuläre Werbemassnamen offen, hat den Lappländer bei uns gesehen und konnte sich diesen nicht alltäglichen Offroader sofort als „Transportmittel“ für sein VIPs vorstellen. Schon während der ersten Kilometer Probefahrt stand für Ihn fest: Das wäre was! Schnell wurde die Idee zum Projekt.

Die Farbgebung stand bald – es sollten die „Hausfarben“  werden. Das El Paradiso ist ja schon im Besitz eines „Häglund“ Kettenfahrzeugs.  Dieser hat die Farben Umbragrau (dunkelgrau) unten und  Achatgrau (hellgrau) oben. Auch innen wurde der Lappländer hell (achatgrau) lackiert, was natürlich sehr positiv zum „Raumgefühl“ beitrug. Der Innenraum wirkt jetzt wie man sich das in einem U-Boot Maschinenraum vorstellt. Zumal der Motor auch im Passagierraum untergebracht ist und so die geräuschseitige Untermahlung stimmt. Der Volvo C 303 Lappländer, muss für die Berge der Corviglia natürlich wirklich geländegängig sein und hatte bereits serienmässig folgende Ausstattung: Vierradantrieb, Differentialsperren, Zuschaltbare Untersetzung, Grobstollige Bereifung, Hohe Unterbodenfreiheit, Keine Karosserieüberhänge vorne und hinten.

Im Projekt für den El Paradiso Lappländer wurde zunächst die ebenfalls nicht-trivialen Schritte der Zulassung erledigt: Verzollung, Beschaffung der Homologationsunterlagen für die Schweiz und Vorführung bei der MFK. Dann ging es an die Restauration. Das Fahrzeug wurde zum Teil zerlegt und der Fahrzeugaufbau teilentlackt. Dann durften wir innen und aussen neu lackieren, das  Fahrzeug wieder zusammenbauen, die Plexiglasscheiben erneuern, Das Bremssystem überprüfen und reinigen. Weiterhin überprüften und warteten wir Lenkung, Antriebe, Sperrdifferential und Untersetztung. Im dritten Schritt wurde noch spezielle Zusatzausstattung beschafft und eingebaut: Neue Sitzbezüge und Kopfstützen in rotem Leder, Massgeschneiderte Riffelblechen innen und aussen, Elektronische Rückfahrkamera, Manuell bedienbarer Suchscheinwerfers vorne, Zwei Arbeitsscheinwerfer vorne und zwei hinten am Dach, Spezial-Seilwinde mit Verstärkung mit Kevlar-Seil und Fernbedienung.

Nach einer Gesamtdauer von Restaurierung und Umbau von 7 Monaten wird das Fahrzeug am … im Fernsehen zu sehen sein.

Sollten Sie an einem Original-Lappländer interessiert sein – wir haben gerade zwei weitere Fahrzeuge bestellt.

Restaurierung Volvo C 303 Lappländer

Teilrestaurierung – Alvis Graber

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